www.kaemmer-beratung.de - RIP Basisinformationen
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Ausdruck vom 19.05.2012 11:45 Uhr, erstellt am Dienstag, den 15. Februar 2011 um 13:23 Uhr, zuletzt geändert am Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 19. Februar 2012 um 11:44 Uhr
Unter dem (verkürzten) Begriff RiP® wird ein umfassendes Risikomanagementsystem verstanden, welches viele Ebenen des Pflegecontrollings berührt. Sowohl die PDL, als auch die (Wohn-) Bereichsleitungen sowie Pflegefachkräfte, Pflegeassistenten und Alltagsbegleiter/-innen, arbeiten leichter und sicherer gemeinsam auf Basis des RiP®-Managementsystems. Die RiP® dient der schnellen Erfassung und zeitgleichen Bewertung von pflegerischem Hilfebedarf und den daraus entstehenden potentiellen Risiken.
Ihr Ziel ist es, das Handeln in risikogeneigten Prozessen systematisch zu verbessern und zu vereinheitlichen, so dass Schäden vermieden oder vermindert werden. Sie unterstützt die Pflegekraft in der Steuerung des Pflegeprozesses.
Der für die prozessverantwortliche Person relevante RiP®-Prozess besteht aus drei Schritten:
Die Erfassungstabelle unterstützt die prozessverantwortliche Person bei ihrer Aufgabe, alle häufig auftretenden Risikosituationen aus dem Hilfebedarf strukturiert im Blick zu haben. Da nicht in allen Pflegesituationen die Erhebung aller Risiken fachlich erforderlich ist, kann eine passende Vorabauswahl getroffen werden. Das reduziert den Aufwand bei gleichzeitig hoher Sicherheit durch Überblick.
Die Tabelle enthält mögliche Risikobereiche. In der Altenpflege, die die Risiken dem überwiegend körperlichen und dem überwiegend gerontopsychiatrischen Hilfebedarf zugeordnet, in der ambulanten Pflege werden körperliche und sozialpflegerische Risiken unterschieden und in der Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen (Behindertenhilfe) der sozialpflegerische und pädagogische Hilfebedarf.
Darüber hinaus sind Einflussfaktoren auf die Gesundheit aufgelistet, die bei der Einschätzung des Hilfebedarfs von Bedeutung sind.
Das Risikoverzeichnis gibt klare Kriterien für die Einschätzung des Hilfebedarfs und daraus resultierender möglicher Risiken vor. Es gliedert sich in drei Risikostufen (siehe Tabelle). Die Inhalte der Expertenstandards sind jährlich aktuell eingearbeitet, die notwendigen Ergänzungen zum Prozess, z.B. die individuelle Instrumentauswahl, die eigenen Abläufe im QM sind anschlussfähig zu integrieren - Doppeldokumentation wird vermieden. RiP® unterstützt die Erfassung und benötigt keine eigene Dokumentation.
| RiP®-Stufe | Hilfebedarf | Nähere Beschreibung |
|---|---|---|
| 0 | Kein Hilfebedarf | Es leigt kein Risiko vor. |
| 1 | Leichter Hilfebedarf | Betroffene Person kann Hilfebedarf selbstständig oder selbstständig nach einmaliger Anleitung / Beratung ausgleichen. |
| 2 | Mittlerer Hilfebedarf | Betroffene Person benötigt Unterstützung / wiederkehrende Anleitung oder Teilübernahme. |
| 3 |
Hoher Hilfebedarf |
Betroffene Person benötigt kleinschrittig minutiöse Anleitung oder volle Übernahme. |
Nachdem die prozessverantwortliche Person den Hilfebedarf, die potenziellen Risiken und Einflussfaktoren erfasst und eingeschätzt hat, kann sie mit der Steuerungshilfe – die fachlich fundierte Handlungsempfehlungen enthält – den Pflege-/ Hilfeprozess planen.
Bei jedem in der Tabelle benannten Hilfebedarf/ Risikosituation folgt die Steuerungshilfe der gleichen Systematik: Sie unterstützt die Beschreibung der individuellen Risikosituation, stellt Querverweise her, z.B. zu den Einflussfaktoren schlägt mögliche Pflegeziele vor, die dann ohne große Mühe von der Fachkraft präzisiert werden können. Sie gibt viele Tipps, Anregungen und Empfehlungen zur Gestaltung geeigneter Maßnahmen. Alle Angaben und Empfehlungen der RiP® finden auf Basis einer profunden Auswahl an aktueller und für die Einrichtungen handhabbarer Fachliteratur statt, so wird bei Bedarf ein vertiefendes und zeitsparendes Lesen angeregt. In die Hilfeprozessplanung werden alle Risiken mit Stufe 1–3 aufgenommen. Die Strukturierung durch die RiP® soll helfen, Probleme präzise zu beschreiben und die Auswahl geeigneter Lösungen erleichtern.
Die Darstellung eines Problems wird nach dem PESR-Schema (vgl. MDS Grundsatzstellungnahme Pflegeprozessdokumentation) dokumentiert.
Passend zu den einzelnen Hilfebedarfen schlägt das System generelle Maßnahmen und Ziele vor, die auf die individuelle Situation angepasst werden.
Probleme, die keiner Kategorie der Tabelle zuzuordnen sind, werden weiterhin wie gewohnt formuliert. Dies gilt beispielsweise für individuelle Besonderheiten –Wünsche, Gewohnheiten, Abneigungen und Rituale in Bezug auf Körperpflege, Kleidung, Schlafrituale – oder gezielte Förderung des Wohlbefindens und der Rehabilitation.
Auf die in der RiP® erhobenen Daten baut das Pflegecontrolling der PDL und der (Wohn-) Bereichsleitungen auf. Das Managementsystem bietet Strukturierungshilfen für Pflegevisiten (kompakt und fokussiert). für Fallbesprechungen, für die fachliche Supervision von prozessverantwortlichen Personen, Assessments zur Kompetenzanalyse von prozessverantwortlichen Personen (NQR/Olbich) und Strukturen zur Aufbereitung von Qualitätsberichten.
Das RiP®-Managementsystem leistet einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung und -entwicklung. Sowohl Potentiale als auch Schwachstellen einer Einrichtung im Bereich der pflegerischen Risiken lassen sich durch die RiP® entdecken und bearbeiten.